30.4.2012
Malen mit den Farben der Erde
„Unser Werk soll zeigen, dass alles Leben einen Grund braucht, auf dem es wachsen, werden, entstehen kann. Egal, ob Mineral, Pflanze, Tier oder Mensch: Alles braucht Boden.“ So beginnt der Begleittext unserer neun 10- bis 15-jährigen Freilandschüler zu ihrem gleichnamigen Gemeinschaftsbild „Alles braucht Boden“.
In rund dreiwöchiger Projektarbeit schufen sie ein Bild für den Malwettbewerb von SONDAR, einem grenzüberschreitenden Bodenschutznetzwerk im Donauraum, das auch die Nachbarländer Slowakei, Ungarn und Tschechien miteinbindet.
Doris Becherer, unsere Projektleiterin, freut sich mit den Schülern über diese besondere Gelegenheit zum kreativen Ausdruck: „Die ersten 100 angemeldeten Bildungseinrichtungen aus der Slowakei, Ungarn und Niederösterreich werden jedes Jahr zur Teilnahme eingeladen. Die besten Bilder werden dann Teil einer internationalen Ausstellung und Botschafter für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Boden.“
Für die Arbeit selbst wurde ein Malkasten zur Verfügung gestellt, der aus 17 Gläsern mit natürlichen Farben und zwei Strukturmaterialien bestand, die aus niederösterreichischen, slowakischen und ungarischen Böden gewonnen wurden.
Um die kreative Umsetzung mit Erdfarben und Naturmaterialien nicht einzuschränken, gab es keine Vorgaben über anzuwendende Techniken. Nicht erwünscht waren jedoch alle industriellen Farben sowie Kleber und nur natürliche Malunterlagen wie Leinwand, Baumrinde oder Holz waren erlaubt. Also arbeiteten unsere neun jungen Künstler mit Holzstückchen, Fingern und selbstgebastelten Pinseln auf einer Holplatte. Sie klebten Rinde, Gräser und Steine mit Caseinleim auf, druckten, ritzten und schufen weitere rein pflanzliche Farben aus Rotkraut, Curry, Heidelbeeren, Löwenzahn und Roter Rübe. Groß war die Überraschung der Kinder, mit welch einfachen Naturmitteln man harmonische Farben herstellen und wie spannend und interessant das Malen und Experimentieren damit sein kann.
Zur Bildidee selbst erklärt unsere vierzehnjährige Veronika: „Im Inneren unseres Werkes liegt das Feste und Dunkle, das sich nach und nach wandelt. Dadurch wird es immer heller, feiner und reifer. Wir haben unter anderem auch versucht, die Wechselbeziehung der Elemente zur Erde darzustellen. Der Hai und die Fische symbolisieren das Wasser, die Vögel repräsentieren die Luft und die Sonne das Feuer, das den Boden durch Licht und Wärme nährt.“
Der weitere Verlauf des Wettbewerbs, für den am 20. April Abgabeschluss war, sieht ein zweistufiges Bewertungsverfahren vor. Dieses beinhaltet ein Online-Voting sowie eine Begutachtung der Werke von einer professionellen Fachjury. Die Preisverleihung für die niederösterreichischen Teilnehmer wird im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung am 31. Mai 2012 in St. Pölten stattfinden.
Natürlich hoffen unsere jungen Künstler, dass ihr Erdfarbenbild viele Fans findet und freuen sich über jede Stimme, die sie beim Internet-Voting bekommen.
Also bitte vom 3. bis 14. Mai reinschauen in die Gallerie und voten unter www.sondar.eu.